• Was macht ein Anwalt für Versicherungsrecht?

    Ein Rechtsanwalt, der sich auf den Fachbereich des Versicherungsrechts spezialisiert hat, besitzt neben fundierten Kenntnissen im allgemeinen Versicherungsrecht auch spezielle Kenntnisse in den Bereichen internationales Versicherungsrecht, Personen- und Sachversicherungsrecht sowie Rechtsschutzversicherungsrecht. Um die Bezeichnung Fachanwalt für Versicherungsrecht tragen zu dürfen, ist eine Genehmigung der Rechtsanwaltskammer erforderlich. Diese wird einem Rechtsanwalt nur dann erteilt, wenn dieser die prozessualen Besonderheiten im Bereich Versicherungsrecht kennt sowie die rechtlichen Zusammenhänge der Versicherungsaufsicht.

  • Wie richtig verhalten, wenn die Versicherung nicht zahlt?

    Hat der Versicherungsnehmer die Höhe des Schadens an die Versicherung übermittelt und auch alle notwendigen Unterlagen fristgerecht eingereicht, dann heißt es meist abwarten, bis die Versicherung die Zahlung genehmigt oder die Nichtzahlung mitteilt. Ist seitdem schon eine gewisse Zeit verstrichen, in der Sie noch keine Reaktion Ihrer Versicherung  vermerkt haben, dann lohnt sich eine schriftliche Erinnerung mit der Bitte der baldigen Erledigung Ihres Anliegens/Schadensfalls. Setzen Sie in diesem Schreiben auch schon eine Frist, um bei Ablauf weitere Schritte einleiten zu können.

    Die nächsten Schritte:

    • Beschwerdeschreiben an Versicherungsgesellschaft
    • Beschwerde an Schlichtungsstelle
    • Einträge zur eigenen Person in HIS-Datenbank einsehen
    • BaFin informieren
    • Check der eigenen Rechtsschutzversicherung für Schadensfall
    • Fachanwalt kontaktieren
  • Welche Verträge können widerrufen werden?

    Das kommt ganz auf den Vertragstyp an – ist für diesen per Gesetz ein Widerrufsrecht  festgeschrieben, dann ist ein Widerruf gegebenenfalls möglich. Auch ein Blick in die Vertragsunterlagen gibt Aufschluss darüber, ob der Vertrag widerrufen werden kann. 

  • Gescheiterter Widerspruch – Sind ein (erneuter) Widerruf oder rechtliche Schritte möglich?

    Versicherungsunternehmen prüfen eingehende Widersprüche nicht unabhängig, wie es beispielsweise das Gericht handhabt. Aus diesem Grund kann es durchaus möglich sein, dass auch berechtige Widersprüche abgelehnt werden. Ist dies bei Versicherten der Fall, so ist es rechtlich möglich, diese Entscheidung (gerichtlich) überprüfen zu lassen.

  • Wie lange kann ein Vertrag widerrufen werden?

    Generell lässt sich sagen, dass Versicherungsnehmer einen Vertrag nur so lange widerrufen können, bis die Widerrufsfrist abgelaufen ist. Hierbei ist jedoch zu unterscheiden, ob diese Frist bereits wirksam begonnen hat oder nicht. Maßgeblich für diese Feststellung ist die ordnungsgemäße Belehrung des Kunden über sein Widerrufsrecht. Ist eine Belehrung nie erfolgt oder fehlerhaft gewesen, so kann auch keine Frist verstreichen und die Versicherung kann jederzeit widerrufen werden.

    Da es bei einzelnen Versicherungen spezielle Regelungen und Ausnahmen in Bezug auf einen Widerruf gibt, empfiehlt sich immer die Rücksprache mit einem Fachanwalt für Versicherungsrecht. Nutzen Sie dazu unsere kostenlose Erstberatung.

  • Wann ist eine Widerrufsbelehrung fehlerhaft?

    Typische Fehler in einer Widerrufsbelehrung entstehen, sobald der Verbraucher nicht ordnungsgemäß belehrt wurde. Generell hängt eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung von vielen Faktoren ab und eine Einzelfallprüfung, am besten durch einen erfahrenen Fachanwalt für Versicherungsrecht, ist in jedem Fall lohnenswert.

    Mögliche Fehler in der Widerrufsbelehrung:

    • Widerspruchsbelehrung muss sich durch Texthervorhebung deutlich vom übrigen Text abheben.
    • Bei zum Beispiel Lebensversicherungs-Policen ab 2002: In der Widerspruchsbelehrung muss ausdrücklich auf die Textform, nicht auf die Schriftform eines Widerspruchs hingewiesen worden sein.
    • Die Frist zur Einhaltung des Widerspruchs ist nicht korrekt formuliert – ausreichend ist rechtzeitiges Versenden, nicht der Empfang beim Versicherungsgeber.
       
  • Was unterscheidet Kündigung und Widerruf?

    Gemeinsam haben Kündigung und Widerruf einzig und allein die Tatsache, dass Verträge aufgelöst werden. Durch die Kündigung einer Versicherung beenden Versicherungsnehmer ihre Police zu einem festgelegten Zeitpunkt. Der Widerruf hingegen zieht eine Rückabwicklung des Vertrags nach sich – wendet sich demnach gegen den eigentlichen Vertragsabschluss.

    Wichtig ist es auch zu wissen, dass ebenso bereits gekündigte Verträge nachträglich noch widerrufen werden können, sofern diese die notwendigen Voraussetzungen erfüllen. 

  • Berufsunfähigkeitsversicherung abgelehnt - was tun?

    Die Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz BU) ist eine der wichtigsten Versicherungen zur finanziellen Absicherung. Doch die Versicherungen selektieren schon beim Vertragsabschluss rigoros, welche künftigen Versicherungsnehmer sie überhaupt versichern werden. So sortieren manche Versicherungen bereits im Vorfeld bestimmte (risikoreiche) Berufsgruppen aus oder versichern Personen mit einer langen Krankengeschichte erst gar nicht.

    Das Problem nach einer Ablehnung: Sind Kunden bei einem Anbieter einmal abgelehnt worden, können sie nicht ohne weiteres auf den Gang zum nächsten Anbieter hoffen. Das Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (kurz HIS) bietet den Versicherungen untereinander die Möglichkeit eines Datenaustauschs. Im HIS werden beispielsweise Angaben zu verdächtigen Schadensfällen, Kündigungen, abgelehnte Versicherungsanträge sowie auffällige und betrügerische Angaben von potentiellen Versicherungsnehmern gespeichert.

    Beabsichtigen Sie den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder wurden Sie bereits von einer Versicherung abgelehnt, dann lohnt sich der Gang zu einem unabhängigen Fachmann. Versicherungsmakler haben die Möglichkeit, bei verschiedenen Versicherern eine anonyme Risikoanfrage zu Ihrer Person zu stellen, bei der Ihre Daten nicht gespeichert werden.

  • Welche Leistungen beinhaltet die Berufsunfähigkeitsversicherung?

    Eine Berufsunfähigkeitsversicherung tritt normalerweise dann in Aktion, sobald der Versicherte durch Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall eine mindestens 50%ige Einschränkung in seiner Berufsfähigkeit aufweist. Die vertraglich vereinbarten Leistungen werden dem Versicherungsnehmer, im genehmigten Fall, in einer monatlichen Rente ausgezahlt. In manchen Policen ist sogar die finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall des Versicherten vereinbart.

    Eine BU können Sie als private Versicherung abschließen – ebenso sind auch Kombinationen mit einer Lebens- oder Rentenversicherung möglich. Bei einer Kombination wird von einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung gesprochen. Ist die BU nur als Zusatzversicherung abgeschlossen, erlischt ihr Schutz bei Kündigung oder Widerruf des Vertrags.

  • Aus welchen Gründen kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen verweigern?

    Ist der Versicherungsfall eingetreten, die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt jedoch keine Leistungen an ihren Versicherten, so können hierfür mehrere Ursachen in Betracht kommen.

    Mögliche Gründe:

    • Bei der Überprüfung kam heraus, dass der Versicherungsnehmer unwahre Angaben zum eigenen Gesundheitszustand gemacht hat (z.B. Vorerkrankungen verschwiegen)
    • Versicherte haben den Grad der 50%igen Berufsunfähigkeit nicht erreicht
    • Ein Leiden, dass bereits bei Vertragsabschluss bekannt war, ist für die Berufsunfähigkeit verantwortlich und wurde bereits im Vorfeld vertraglich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen
    • Die Ursache für die persönliche Berufsunfähigkeit ist in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen ausgeschlossen
  • Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nicht – ab wann den Anwalt einschalten?

    Zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung aus den oben genannten oder anderen undurchsichtigen Gründen nicht, dann empfiehlt sich immer der sofortige Gang zu einem Rechtsanwalt. Ein Fachanwalt für Versicherungsrecht übernimmt für seine Klienten den Schriftverkehr und die Kommunikation mit der Versicherung, sodass in den vielen Fällen eine zufriedenstellende Lösung erzielt werden kann.

  • Muss eine Unfallversicherung auch noch Jahre später zahlen?

    Laut den allgemeinen Versicherungsbedingungen der Unfallversicherung muss für diesen Fall eine Invalidität innerhalb von einem Jahr eingetreten sein. Diese Invalidität muss innerhalb von 15 Montagen nach dem Unfall nicht nur eingetreten, sondern ebenso ärztlich festgestellt und bei der Unfallversicherung geltend gemacht werden. Nach dem Ablauf dieser Frist hat der Versicherungsnehmer kein Anrecht mehr auf spätere Leistungen für diesen Schadensfall von seiner Unfallversicherung.

  • Hilft die private Unfallversicherung auch bei einem Arbeitsunfall?

    Bei einem Arbeits- oder Wegeunfall ist die zuständige Berufsgenossenschaft für die Kostenübernahme verantwortlich. Als Wegeunfälle sind die direkten Fahrten, ohne Umwege, zum Arbeitsplatz und wieder nach Hause gemeint. Wird ein Zwischenstopp eingelegt, wie beispielsweise ein kurzer Halt zum Einkauf auf dem Heimweg von der Arbeit, dann fällt der Zuständigkeitsbereich in die private Unfallversicherung. Eine private Unfallversicherung zahlt ihren Versicherten zudem beispielsweise ein Tagegeld bei Arbeitsunfällen oder eine Rente im Invaliditätsfall.

  • Kann eine Unfallversicherung Geld zurückfordern?

    Eine Unfallversicherung kann unter gewissen Umständen Geld von ihren Versicherten zurückfordern. Maßgeblich hierfür ist die Vereinbarung der erneuten Invaliditätsprüfung, die in manchen Verträgen festgeschrieben ist. Haben Versicherte eine Unfallversicherung unter diesen Konditionen abgeschlossen, so machen Versicherungsunternehmen von diesem Recht Gebrauch. Vor dem Ablauf der Frist zum „Dauerschaden“ (nach drei Jahren) fordert das Versicherungsunternehmen vorher ein erneutes Gutachten zum Gesundheitszustand des Versicherten an – hat sich dieser gebessert und Leistungen wurden bereits gezahlt, dann kann die Versicherung diese Leistungen (teilweise) zurückfordern.

    Da diese Frist von drei Jahren gesetzlich immer für beide Vertragspartner gilt, kann bei vertraglich festgelegter, erneuter Invaliditätsprüfung auch der Versicherungsnehmer bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustands ein erneutes Gutachten anfordern – so erhält dieser möglicherweise eine Nachzahlung von der Unfallversicherung.